Ausflug des Münsterchores und –orchesters nach Einsiedeln

 
Als Abt Urban vom Kloster Einsiedeln im vergangenen Jahr nach dem Gottesdienst den Tag noch auf der Insel verbrachte, wuchs der gegenseitige Wunsch, die Verbindungen zwischen der Reichenau und Einsiedeln weiter zu entwickeln, nachdem ja auch schon gegenseitige Besuche zu Festen des hl. Meinrads stattgefunden hatten. Eine Idee war hierbei, einen kirchenmusikalischen Austausch anzuregen. Unser Chor- und Orchesterleiter Roland Uhl nahm Kontakt zum Stiftskapellmeister des Klosters Einsiedeln, Pater Lukas Helg auf und nach einigen anregenden Mailkontakten wurde ein gegenseitiger Besuch beschlossen. So durften Münsterchor und –orchester ihren diesjährigen Ausflug damit verbinden, im Konventamt des Klosters die musikalische Gestaltung zu übernehmen. Am 12. Juli frühmorgens fuhren wir mit zwei Bussen in Begleitung von Pater Stephan und Pater Hugo los. In Einsiedeln wurden wir sehr herzlich von Pater Lukas empfangen. Wir hatten genügend Zeit, uns in der Klosterkirche einzusingen und Passagen aus der Spatzenmesse von Mozart anzusingen, um uns auf die herrliche Akustik einzustimmen. Zu Beginn der Messe wurden wir von Abt Urban, der auf die besonderen Beziehungen zwischen der Reichenau und Einsiedeln durch den hl. Meinrad einging, aufs herzlichste begrüßt. Wir durften einen wunderschönen Gottesdienst durch unsere Musik bereichern. Die Solopartien der Missa brevis in C wurden von Ines Happle-Lung, Martina Riede, Mathias Graf und Alexander Weltin gesungen, Alexander Bürkle begleitete Chor und Orchester an einer Truhenorgel. Pater Stephan und Pater Hugo konzelebrierten mit den Einsiedler Patres. Sehr beeindruckend waren auch die Gesänge der Mönche und das Orgelspiel von Pater Theo Flury zum Einzug und zur Kommunion, in dem er u.a. Variationen zur Spatzenmesse spielte. Vor dem Segen sangen wir noch die „Salve Regina“ Vertonung von Anton Faist. Nach einer Diavisonsshow über das Klosterleben in Einsiedeln und dem gemeinsamen Mittagessen führte uns Pater Lukas in die Klosterbibliothek. Dort überraschte er uns mit Besonderheiten, die er gemeinsam mit dem Bibliothekar speziell für uns vorbereitet hatte, wie z.B. einer handschriftlichen Skizze von Mozart (der allerdings nie in Einsiedeln war), einem Brief von Liszt an Wagner, verschiedenen Salve-Regina Vertonungen aus unterschiedlichen Zeiten und einer Abschrift der Regula Benedicti.
Zum Abschluss unseres Ausfluges fuhren wir auf den Etzel zur Meinradskapelle. Zunächst stärkten wir uns mit Kaffee, hausgemachtem Kuchen, Eis und Getränken, wobei wir mit einem Alphornkonzert von Mathias Graf, Bernhard Frindt und Manfred Krämer überrascht wurden. Auch die anderen Gäste, die auf der Terrasse des Gasthauses saßen, wurden alle ganz still und aufmerksam, genossen das Konzert und bedankten sich mit üppigem Applaus, mit dem auch eine Zugabe erbeten wurde. In der Meinradskapelle, die wir völlig ausfüllten, erzählte uns Uwe Anker aus dem Leben des hl. Meinrads, wie er von der Reichenau zunächst als Lehrer nach Benken (südöstlich des Zürichsees) kam und sich dann mit Erlaubnis seines Abtes Erlebald auf dem Etzel als Einsiedler niederließ. Von dort ging er nach einigen Jahren in den „Finsteren Wald“. Nach seinem gewaltsamen Tod ließen sich Mönche an der Stelle nieder und schließlich entstand an dieser Stelle das Kloster Einsiedeln. In der Kapelle sind auch Bilder zum Leben des hl. Meinrads zu sehen. Anschließend hielt Pater Stephan mit uns eine Andacht, in der wir drei Lieder sangen. Wie immer hatte Waltraud Frindt die Noten für alle perfekt gerichtet. Nun dachten wir eigentlich, dass es zur Rückfahrt geht – doch unsere beiden neuen Vorstandsmitglieder Nadin Weltin und Carolin Graf hatten noch eine tolle Überraschung für uns vorbereitet: Carolin hatte leckeres sowohl herzhaftes wie süßes Fingerfood gebacken und Nadin gab dazu Sekt aus. So gestärkt traten wir dann die Heimreise an. Ganz herzlich möchten wir uns vor allem bei Nadin Weltin für die Organisation des Ausfluges bedanken und freuen uns auf den Gegenbesuch des Stiftschores aus Einsiedeln. Der Termin hierfür steht allerdings noch nicht fest, wir werden aber auf jeden Fall in Verbindung mit Pater Lukas bleiben!
Irmhilde Spitzhüttl (Schriftführerin)